Mittwoch, 15. Mai 2019

Der DFB-Kader für die Frauen-WM // Analyse (TOR/ABWEHR)

Die Pressekonferenz ist durch, der Kader nominiert. Martina Voss-Tecklenburg hat die 23 Namen genannt, die den DFB bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich vom 07. Juni bis 07. Juli 2019 vertreten werden. Die ein oder andere Überraschung ist dabei.
Gehen wir die Namen mal durch:

TOR
Almuth Schult // Die Nummer Eins. Wenn fit, dann alternativlos. Laboriert aktuell an einer wohl schon etwas länger schwelenden Schulterverletzung herum. Ob sie tatsächlich rechtzeitig auf Wettkampfniveau kommt, scheint fraglich. Ist nicht immer die Sicherste und leistete sich zuletzt einige Aussetzer, ist handwerklich aber sicher die Beste.

Laura Benkarth // Ob sie wirklich die Nummer Zwei hinter Schult ist, ist nicht ganz klar. Ist sehr lange verletzt gewesen, hat aber gegen Ende der Saison bei Bayern sofort den Vorzug vor Manuela Zinsberger erhalten. Um das zu rechtfertigen, muss sie schon außergwöhnlich gute Trainingsleistungen gezeigt haben, denn die Österreicherin spielte eine starke Saison. Spielpraxis fehlt ein bisschen, aber eine solide Wahl.

Merle Frohms // Spielpraxis ist bei ihr weniger ein Problem, doch die Saison mit Freiburg lief insgesamt nicht wirklich gut. Bekam wegen Schults Masernerkrankung Einsätze bei der DFB-Auswahl und hat das ordentlich gemacht. Könnte eine für die Zukunft sein, wird bei der WM aber eher nicht spielen.

ABWEHR
Carolin Simon // Spielte zuletzt unter Voss-Tecklenburg keine große Rolle, zuvor fast gesetzt, hatte ebenfalls mit Verletzungen zu kämpfen. Erfahrene Verteidigerin, die in der Saison für Olympique Lyon 13 Mal aufgelaufen ist.

Kathrin Hendrich // Die flexible Verteidigerin hat mich bei Bayern und auch in der Nationalmannschaft überzeugt. Flott, gute Zweikämpfe, gesunder Offensivdrang. Hendrich ist erst 27 und kann noch bisschen was drauf packen. Dass sie das tut steht aber außer Zweifel, wenn sie (hoffentlich) gesund bleibt. Hätte ich auch nominiert.

Leonie Maier // Sie hat mir gefehlt, irgendwie. 69 Länderspiele, zuletzt aber keine, kam auch beim FC Bayern in dieser Saison nicht so oft zum Zug. Wird die Münchnerinnen folgerichtig (vermutlich gen Arsenal) verlassen. Ihre Nominierung ist ne Überraschung, aber kein Fehler, hatte ich nur nicht mit gerechnet. Bin gespannt, ob sie sich in Frankreich wird zeigen können.

Marina Hegering // Wen diese Personalie überrascht, der hat in den letzten Monaten nicht richtig aufgepasst. Voss-Tecklenburg ist bekennender Fan der Essenerin, deren Leidensweg der letzten zehn Jahre locker den von Marco Reus oder Arjen Robben in den Schatten stellt. Die Art, wie sie sich zurückkämpfte hat #MVT überzeugt - mich in der Nationalmannschaft aber noch nicht.

Lena Goeßling // Die erfahrene Wolfsburgerin wurde von Steffi Jones nicht so geschätzt, zeigte sich dann streitbar. Bringt viel Charakter mit in das Team und gehört genau deshalb in den Kader. Auch wenn sie nicht immer spielen wird, ist Goeßling eine absolut solide Wahl für jede Position hinter der Mittellinie.

Johanna Elsig // Die Innenverteidigerin ist eine der wichtigsten Spielerinnen für Potsdam und
mausert sich auch im schwarz-weißen Dress immer mehr. Wirkt nicht immer hundertprozentig sicher und hat noch Schwächen in der Spieleröffnung, trotzdem führte eigentlich kein Weg an ihr vorbei.

Giulia Gwinn // Es freut mich, dass #GG7 mitfährt. Das 19jährige Riesentalent wird im Sommer von Freiburg zu Bayern wechseln und dort den nächsten Schritt machen. Für die DFB-Auswahl hat man sie zurecht bereits entdeckt. Konnte mich dort immer wieder mit guten Impulsen ansprechen, stach aber noch nicht heraus. Wird sie im Sommer aber (hoffentlich offensiv).

Sara Doorsoun // Für die Wolfsburgerin wird die Rückkehr von Nilla Fischer nach Schweden sportliche Vorteile bringen. Hat mich bisher eigentlich immer überzeugt und gehört ohne Zweifel in die Nationalmannschaft. Könnte mit Elsig die Innenverteidigung bilden, wird sich aber mit Hegering streiten müssen.

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